Was tun wenn der nagel in die haut wächst

Ein eingewachsener Zehennagel kann ebenfalls durch das Tragen von engen Schuhen begünstigt werden. Auch Schweißbildung am Fuß ist eine mögliche Ursache. Wenn die Haut durch den Schweiß im Bereich des Nagels aufweicht, kann das Einwachsen dadurch wahrscheinlicher werden. Entsprechend häufig sind beispielsweise Fußballer betroffen: Sie setzen ihren Zehen einerseits durch das regelmäßige Balltreten einem ständigen Druck aus, hinzu kommen häufig schwitzende Füße.

Schließlich gilt auch eine erbliche Veranlagung als möglicher Grund für einen eingewachsenen Zehennagel, da das Problem familiär gehäuft auftritt.

Eingewachsener Zehennagel: Symptome des Leidens

Ein typisches Symptom für einen eingewachsenen Zehennagel sind lokale Schmerzen. Diese sind unter Umständen so stark, dass viele alltägliche Dinge zur Qual werden können: Nicht nur das Tragen enger Schuhe ist nahezu unmöglich, viele Betroffene leiden auch schon durch das Tragen von Strümpfen. Doch auch in Ruhelage ist ein Schmerz möglich, den viele Betroffene als "pochend" beschreiben.

Ist der Nagel eingewachsen, kann bereits das Tragen von Socken zu Schmerzen führen. (Quelle: Winai_Tepsuttinun/getty-images-bilder)

Darüber hinaus ist meist eine Schwellung zu beobachten. Diese wird in der Regel durch die Entzündung hervorgerufen, die oft mit einem eingewachsenen Zehennagel einhergeht. Zusätzlich ist die Haut häufig gerötet, eventuell fühlt sich der Bereich auch warm an. Wurde der eingewachsene Zehennagel nicht behandelt, kann es zu Blutungen und Eiterbildung kommen. In den meisten Fällen ist der große Zeh betroffen.

Welche Hausmittel helfen gegen das Nagelproblem?

Als schnelle Hilfe empfiehlt es sich, einen Blick in die Hausapotheke zu werfen. Eine Jod- als auch eine Wundsalbe können schnell Linderung verschaffen. Fußbäder mit milder Seife, Kamille oder Jod können bei akuten Beschwerden Schmerzen lindern. Wichtig ist es, den Fuß danach gut abzutrocknen.

Offene Schuhe entlasten die schmerzende Stelle. Auch nachts sollten Betroffene schauen, dass die Bettdecke nicht direkt auf dem entzündeten Zeh liegt.

Nach der Erstversorgung durch Hausmittel sollten Betroffene einen Podologen, einen professionellen Fußpfleger, aufsuchen, der eine geeignete Therapie in die Wege leiten kann.

Behandlung des Zehennagels: So geht der Podologe vor

Handelt es sich um einen eingewachsenen Zehennagel im frühen Stadium, verwendet der Podologe Nagelklammern oder spezielle Tapes. Erstere ziehen die Nagelränder nach oben – entsprechend können diese nicht mehr einwachsen. Tapes wiederum ziehen den Nagelwall nach außen, sodass der Nagel mehr Raum hat.

Auch eine Verödung ist als Therapie denkbar. Hier verwendet der behandelnde Mediziner Phenol, um das Nagelbett zu veröden. Allerdings sind die Ergebnisse bei dieser Methode laut Angaben der Techniker Krankenkasse oftmals nicht befriedigend.

Eingewachsener Zehennagel: Wann ist eine OP nötig?

Führen die genannten konservativen Methoden der Behandlung nicht zu einer Besserung, ist ein eingewachsener Zehennagel meist nur noch durch eine OP zu heilen. Dies ist häufig auch dann der Fall, wenn der Zehennagel längere Zeit unbehandelt blieb.

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Bei der OP, die in der Regel unter örtlicher Betäubung stattfindet, entfernt der behandelnde Arzt die eingewachsenen Nagelecken sowie das umliegende Gewebe. Für diesen operativen Eingriff setzen viele Mediziner einen speziellen Laser ein. Ein Nähen der Wunde ist in der Regel nicht erforderlich. Die Stelle wird mit einem Pflaster versorgt, das regelmäßig gewechselt werden muss. Betroffene sollten die Wunde regelmäßig kontrollieren lassen, damit der Podologe ein erneutes Einwachsen frühzeitig erkennt.

Auf einen Blick

Eingewachsene Nägel sind häufig, vor allem an den großen Zehen. Der Nagel wächst dabei in die Haut, die ihn seitlich begrenzt. Die betroffene Stelle entzündet sich und schmerzt.

Fachleute bezeichnen einen eingewachsenen Nagel auch als Unguis incarnatus oder Onychocryptosis.

Zu enge Schuhe, starke Schweißbildung und falsches Schneiden der Nägel können eingewachsene Zehennägel begünstigen.

Symptome

Wenn der Zehennagel einwächst, entsteht eine Entzündung. Der Bereich wird stärker durchblutet, er rötet sich, schwillt an und schmerzt.

Im Verlauf kann sich neues Gewebe bilden („wildes Fleisch“), das den Nagel überwuchert. Fachleute sprechen auch von Granulationsgewebe, da die Oberfläche des neuen Gewebes aussieht wie kleine Körnchen (von „granulum“, lateinisch: Körnchen). Die Entzündung kann nässen, bluten oder Eiter absondern und unangenehm riechen – insbesondere, wenn Bakterien die Wunde besiedeln.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für die Beschwerden ist, dass sich eine Kante des Nagels seitlich in die Haut hineindrückt und weiterwächst. Wenn diese Kante die Haut und das darunterliegende Weichgewebe verletzt, entsteht die Entzündung.

Zum Einwachsen eines Nagels kommt es häufiger durch

  • zu kurz geschnittene oder an den Ecken abgerundete Fußnägel,
  • zu enge Schuhe,
  • Schweißfüße,
  • bestimmte, erblich bedingte Nagelwuchsformen, zum Beispiel gewölbte oder röhrenartige Nägel („Rollnägel“), bei denen die Nägel so stark gewölbt sind, dass sie von der Zehenkuppe aus fast wie Röhren aussehen,
  • Übergewicht (Adipositas),
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Krankheiten, die zu Wassereinlagerungen in den Füßen führen können, etwa Herz- oder Nierenschwäche oder chronische Beinvenenschwäche und
  • die Behandlung mit Krebsmedikamenten.

Häufigkeit und Verlauf

Eingewachsene Zehennägel sind häufig. 20 von 100 Menschen, die ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt wegen Beschwerden an den Füßen aufsuchen, haben einen eingewachsenen Zehennagel.

Jugendliche und junge Erwachsene sind häufig betroffen. In diesem Alter begünstigt eine vermehrte Schweißbildung das Einwachsen, zum Beispiel durch Sport oder durch die hormonelle Umstellung in der Pubertät. Eingewachsene Nägel kommen aber auch bei älteren Menschen oft vor. Bei ihnen kann das Risiko für eingewachsene Nägel aufgrund von Erkrankungen wie Diabetes erhöht sein. Außerdem sind viele ältere Menschen weniger beweglich, was die Pflege der Füße und Fußnägel erschwert. Da Fußnägel mit dem Alter dicker werden, lassen sie sich zudem schwieriger schneiden.

Ärztinnen und Ärzte unterscheiden drei Stadien:

  • Stadium 1: Der Nagel ist seitlich in die Haut eingewachsen. Die Haut schmerzt und hat sich entzündet.
  • Stadium 2: Am Rand des eingewachsenen Nagels hat sich neues, entzündetes Gewebe (Granulationsgewebe) gebildet. Das Gewebe nässt und eitert.
  • Stadium 3: Der betroffene Nagelbereich ist chronisch entzündet und eitert immer wieder mal. Das Granulationsgewebe wächst bereits über den Nagel.

Eingewachsener Zehennagel unterschiedlichen Schweregrades

Folgen

Ein eingewachsener Zehennagel macht sich meist früh durch Schmerzen bemerkbar. Rechtzeitig behandelt, kann man die Entzündung mit wenigen Hilfsmitteln oft selbst in den Griff bekommen. Sie heilt dann folgenlos ab.

Bei geschwächtem Abwehrsystem und wenn Bakterien die Wunde infizieren, kann sich die Entzündung aber ausbreiten: Dann kann sich das Gewebe um den gesamten Nagel herum oder unter der Nagelplatte eitrig entzünden. Ein Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt ist ratsam. Dies gilt vor allem, wenn es zusätzlich zu Fieber und Abgeschlagenheit kommt, sich die Entzündung weiter entlang der Zehe ausbreitet und zu einer sogenannten Phlegmone entwickelt.

Diagnose

Einen eingewachsenen Zehennagel erkennt man ohne aufwendige Untersuchungen. Ärztinnen und Ärzte schauen sich den betroffenen Zeh genau an und fragen nach Beschwerden und möglichen Auslösern.

Wenn der Verdacht besteht, dass es bereits zu Komplikationen wie etwa einer Phlegmone gekommen ist, können zusätzliche Untersuchungen erforderlich sein – zum Beispiel Blutuntersuchungen.

Vorbeugung

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie man eingewachsenen Zehennägeln vorbeugen kann. Besonders wichtig ist die richtige Fußpflege – vor allem das Nägelschneiden. Hier gilt: Die Nägel an den Ecken nicht abrunden und so lang lassen, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand liegen.

Beim Schuhwerk sollte man darauf achten, dass die Zehen ausreichend Platz haben. Offene oder atmungsaktive Schuhe wirken einer starken Schweißbildung entgegen.

Behandlung

Bei einem eingewachsenen Zehennagel richtet sich die Behandlung danach, wie stark die Beschwerden sind. Bei leichter Entzündung mit wenig Schmerzen kann man den Zeh in einem seifenhaltigen Fußbad etwas einweichen und danach die wunde Stelle mit antiseptischen oder entzündungshemmenden Tinkturen, Gelen oder Salben versorgen. Wichtig ist, den Fuß nach dem Bad gut abzutrocknen, mit dem Schuhe anziehen eine Weile zu warten und Druck auf den eingewachsenen Nagel zu vermeiden.

Zusätzlich können zum Beispiel spezielle Verbände oder Nagelspangen dabei helfen, den Nagel wieder frei wachsen zu lassen. Sie können in einer Praxis für medizinische Fußpflege (Podologie) angelegt werden. Wer etwa aufgrund eines Diabetes ein erhöhtes Risiko für Probleme an den Füßen hat, sollte zuvor mit seiner Ärztin oder seinem Arzt sprechen. Generell ist ein Arztbesuch erforderlich, wenn diese Maßnahmen nicht helfen oder der eingewachsene Nagel eitert und sich stark entzündet hat. Dann wird in der Regel eine Operation empfohlen. Dabei kommen verschiedene Verfahren und Techniken infrage.

Leben und Alltag

Ein eingewachsener Zehennagel kann beim Gehen und Stehen sehr schmerzhaft sein. Offene Schuhe und weite Strümpfe können den Druck auf den entzündeten Nagel verringern. Auch nachts gönnt man dem schmerzenden Zeh am besten Freiraum und sorgt zum Beispiel dafür, dass die Bettdecke nicht direkt auf dem Zeh aufliegt. Wer ein Bett mit Fußteil hat, kann zum Beispiel die Decke darüber schlagen, sodass zwischen Decke und Zeh Platz bleibt.

Manchen Menschen fällt es schwer, Füße und Fußnägel selber zu pflegen – etwa, weil sie aufgrund von Gelenkbeschwerden ihre Füße nur unter Anstrengung erreichen können. Wer sich nicht von seinem Partner helfen lassen kann oder mag, kann sich auch professionell unterstützen lassen:

  • Sind Füße und Fußnägel gesund und es gibt keine Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, können kosmetische Fußpflegerinnen und -pfleger bei einer Pediküre die Nägel kürzen und Hornschwielen entfernen. Die Kosten müssen selbst gezahlt werden.
  • Bestehen bereits gesundheitliche Probleme, kommt eine medizinische Fußpflege durch eine Podologin oder einen Podologen infrage. Die Behandlungen werden unter Umständen von der Krankenkasse übernommen – zum Beispiel, wenn es aufgrund eines Diabetes mellitus zu Fußproblemen gekommen ist.

Weitere Informationen

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. In unserem Thema „Gesundheitsversorgung in Deutschland“ informieren wir darüber, wie man die richtige Praxis findet – und mithilfe unserer Frageliste möchten wir dabei helfen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten.

Was tun wenn der Fingernagel in die Haut wächst?

Was Sie selbst tun können Wenn der Nagel nur leicht eingewachsen ist, genügt ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife, Kamille oder 1%iger Kaliumpermanganat-Lösung. Nach dem Fußbad kann man das überschüssige "wilde" Fleisch mit einem Silbernitrat-Stift (Höllenstein-Ätzstift) bestreichen und so zum Absterben bringen.

Was tun wenn der Zehnagel in die Haut wächst?

Erste Hilfe bei eingewachsenen Zehennägeln Bade deine Füße in warmem Seifenwasser, damit Haut und Nägel schön weich werden. Noch besser ist heißes Wasser mit Bittersalz, um Entzündungen vorzubeugen.

Wie schneide ich einen eingewachsenen Nagel?

Viele Menschen haben irgendwann einmal einen eingewachsenen Zehennagel. Durch die richtige Technik beim Schneiden der Nägel kann man aber vorbeugen. Dabei gilt es, folgende Punkte zu beachten: Die Zehennägel gerade abschneiden und sie so lang lassen, dass die Nagelecken frei auf dem seitlichen Hautrand aufliegen.

Was passiert wenn man einen eingewachsenen Nagel nicht behandelt?

Folgen von eingewachsenen Zehennägeln Wird ein eingewachsener Zehennagel nicht im frühen Stadium behandelt, kann es zu einer Nagelbettentzündung kommen. Es kann sich zudem Granulationsgewebe bilden. Dieses sogenannte „Wilde Fleisch“ wuchert im weiteren Verlauf über den Zehennagel und kann die Beschwerden verschlimmern.

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